In 4 Schritten zu weniger Weihnachtsstress - …weil du als berufstätige Mama eh genug um die Ohren hast!

 

Die  To-Do-Liste ist übervoll 

Kennst du auch, oder? Dieses typische Bild vom Weihnachtsmann: roter Mantel, rote Mütze, langer Rauschebart und diese Papierrolle in der Hand mit all den Kinderwünschen drauf? Endlos lang, diese Rolle, so viele Wünsche… Diese endlos lange Papierrolle, das ist wohl auch ein gutes Bild für so eine typische To-Do-Liste einer berufstätigen Mutter in der Vorweihnachtszeit. Und wenn du oben etwas als erledigt abgehakt hast, kommen unten gleich zwei neue Punkte hinzu. 

 

Es ist zum Haare raufen, aber es gibt ein paar Tricks, wie sich diese endlose Liste bändigen lässt.  Du brauchst dazu einfach nur 3 weitere Listen.  Schöner Quatsch, denkst du? Warte ab, probiere es aus.  Diese drei weiteren Listen sind eine etwas angepasste Variante eines bewährten Tools aus dem Zeitmanagement: der 4 –Felder-Methode.  Und so geht’s: 

 

Der erste Schritt: eine wirklich gute To-Do Liste

 

Die Basis für alles ist natürlich deine To-Do-Liste. Grundsätzlich ist diese Liste ja ganz wunderbar. Sie hilft dir, wichtige Dinge nicht zu vergessen, dich nicht zu verzetteln und einen Überblick über alles Anstehende zu behalten. Aber so eine Liste kann auch ganz schön ausufern und mutiert dann  zu einem unbesiegbaren Monstrum, das dich bis in deine Träume verfolgt.  

 

Idealerweise sollten auf dieser Liste nur Dinge zu finden sein, die wirklich gerade anstehen und dringend von dir erledigt werden müssen. In der 4-Felder-Methode ist dies das Feld: „dringend und wichtig“. Um dies sicherzustellen, räumen wir deine bisherige Liste nun etwas auf und einige To-Dos werden auf andere Listen umziehen.

 

Der zweite Schritt: Irgendwie, irgendwo, irgendwann

 

Das zweite Feld der 4-Felder-Methode heißt: wichtig, aber nicht dringend. Die dazugehörige Liste nenne ich gerne die „Das mach ich, wenn ich irgendwann mal ganz viel Zeit habe“-Liste.  Denn ja, auch du findest bestimmt auf deiner To-Do-Liste Dinge, die derzeit nicht besonders dringend sind, die aber wahrscheinlich IRGENDWANN einmal erledigt werden sollten. Den Keller aufräumen zum Beispiel, oder die Gefriertruhe abtauen. Klar, muss irgendwann gemacht werden, aber jetzt vor Weihnachten noch, wo eh so viel anderes los ist? Da findet sich sicherlich im neuen Jahr ein besserer Zeitpunkt für. 

 

Das schöne an der neuen Liste: nichts wird einfach so von der To-Do-Liste herunter gestrichen, denn das löst bei uns oft unbewusst Widerstände aus. Es wandert lediglich auf eine andere Liste, bekommt vielleicht schon einen realistischen (!!) Termin und ist zunächst einmal aus den Augen und aus dem Sinn. Wie befreiend.

 

Der dritte Schritt: Delegieren

 

Die nächste neue Liste nenne ich gerne die „Toll, ein anderer macht’s“- Liste. Delegieren ist die Devise! In der 4-Felder-Methode bewegen wir uns hier im Feld: dringend, aber nicht wichtig. Und etwas, das dringend, aber nicht wichtig ist, darf gerne auch jemand anderes für dich erledigen – Durchforste nun also deine Liste nach Aufgaben, die Du gut und gerne abgeben kannst. Die Post muss eingeworfen werden? Lass die Kinder einen Spaziergang zum nächsten Briefkasten machen! Und Hand aufs Herz – den Weihnachtsbaum besorgen, aufbauen und schmücken musst du doch nicht ganz allein machen. Aber Partner und Kinder sind damit  locker einen ganzen Samstag wirksam beschäftigt, während Du dir Zeit für etwas wirklich Schönes nimmst. 

 

Nicht selten kommt es vor, dass es uns schwerfällt, Dinge anzugeben. Kennst du das auch von dir? Gibt es auch dieses innere „Wenn man nicht alles selber macht!“ mit dem dazugehörigen Augenrollen? Wenn dir das auch manchmal passiert, wird diese neue Liste wahrscheinlich extrem kurz sein oder sogar leer bleiben.

 

An dieser Stelle möchte ich dich bitten: gib so schnell nicht auf! Bei uns haben dieses Jahr tatsächlich zum ersten Mal der Mann und die Kinder den Baum geschmückt. Das Ergebnis: die Lichterkette kriecht krumm und schief um den Baum herum und manche Äste biegen sich unter Baumschmuck (man kann gut erkennen, wie groß die Kinder sind), während andere Ecken kahl blieben. Ich musste mich sehr zurückhalten um nicht abends augenrollend alles umzuhängen! 

 

Denn meist ist doch genau dies unser Hinderungsgrund: wenn es ein anderer macht, wird es nicht genauso (perfekt?) wie bei uns. Wenn der Mann die Brotzeitdosen vorbereitet, dann ist etwas anderes drin als bei uns. Wenn die Kinder selbst die Weihnachtsgeschenke für die Großeltern einpacken, dann ist das Geschenkpapier am Ende löchrig und zerknittert. Und schmücken die anderen den Baum, hat das am Ende eine ganz eigene Ästhetik. 

Rufen wir uns in Erinngerung: das Feld heißt: dringend, aber nicht wichtig. Dringend ja, denn was sind wir Weihnachten ohne Baum, aber ist es wirklich WICHTIG, dass der Schmuck perfekt verteilt ist. Da schreit oft nur der innere Perfektionist laut „Ja!“ und der hat nicht immer recht.

 

Also fass dir ein Herz und gehe noch mal Deine Liste durch: was kannst du gut und gerne (zähneknirschend und kompromissbereit) an jemand anderen delegieren?

 

Der vierte Schritt: auf Nimmer Wiedersehen 

 

Das letzte Feld der 4-Felder-Methode ist das „nicht dringend und nicht wichtig“ Feld. Ich möchte es gerne das „ich bin doch nicht verrückt und hals’ mir das auch noch auf“–Feld nennen. Und so heißt natürlich auch die entsprechende Liste. Manchmal begegnet einem hier auch der Begriff „Not-To-Do“-Liste. Hier darfst du vor allem eins: rigoros streichen. Sammle hier, was du von deiner To-Do-Liste auf Nimmer Wiedersehen streichen möchtest, könntest, solltest.  

 

So etwas gibt es auf Deiner Liste nicht? Da steht nichts drauf, was auf die Not-To-Do-Liste kann? Glaub mir, der Praxistest beweist mir oft das Gegenteil. Wahrscheinlich ist da bei dir grad ein unbewusster Aufpasser am Werk, der Dir einredet, dass aber auch WIRKLICH alles auf dieser Liste auch WIRKLICH erledigt werden muss. Sonst stünde es doch da nicht drauf! Versuche, diesem Aufpasser nicht blind alles zu glauben – vielleicht lässt sich dann doch das ein oder andere Not-To-Do finden. 

 

Ich habe in diesem Jahr übrigens das Kekse Backen gestrichen. Denn ehrlich gesagt nervt und frustriert mich das meist nur. Meine Vorstellung davon ist immer so super romantisch – hach, die Kinder und ich in unendlicher Harmonie am Backofen – die Realität sieht dann ganz anders aus. Und am Ende hat dann auch noch niemand die Plätzchen gegessen. Darum heuer: ersatzlos gestrichen. 

 

Manchmal hilft übrigens auch der Zwischenschritt über Liste zwei, um den Aufpassern auszutricksen. Und wenn das „Irgendwann“ dann gekommen ist und der Punkt noch immer nicht dringend wurde, kannst du erneut prüfen, ob diese Sache nicht doch auf Deiner Not-To-Do-Liste besser aufgehoben wäre.

 

Das Finale: eine Bonus-Liste

 

Zum Schluss lege ich dir gerne noch eine weitere Liste ans Herz. Eine für das gute Gefühl, um jeden Tag mit einem positiven Gedanken zu beenden. Konzentriere dich dabei nicht auf die Dinge, zu denen du heute vielleicht (mal wieder) nicht gekommen bist, sondern ziehe abends eine positive Bilanz mit der „Hurra, I-did-it“-Liste. Schreibe auf, was du heute tatsächlich alles geleistet hast, das vorher gar nicht auf deiner To-Do-Liste stand. Hast du ständig laufende Schniefnasen getrocknet, Streit zwischen den Kindern geschlichtet, der Nachbarin die Einkäufe in die Wohnung hoch getragen, 3 Weihnachtsbilderbücher vorgelesen, ein quengliges Baby stundenlang herumgetragen, dir die Beschwerden deiner Freundin über ihre Schwiegermutter angehört… was auch immer, ich bin mir sicher, du hast eine Menge Wertvolles geleistet! Gib dir selber Applaus dafür, denn YOU DID IT!  

 

——————————————————————————————————————–
Dieser Beitrag erschien zuerst bei meinem Kooperationspartner happy Rebels. Der Originalartikel ist hier zu finden. 

 

Info der Happy Rebels: Unsere Autorin Christine ist neben Tanja unsere Expertin für berufstätige Eltern. Mit den beiden haben wir den Online-Kurs „Lebe, wie du es willst. Mit Job und Kindern“ entwickelt, für den du dich hier kostenlos registrieren kannst: https://happyrebels.de/lebewiedueswillst/

 

Auf Facebook teilen
Please reload

Empfohlene Einträge

"Du bist (k)eine echte Mom!" WTF!!

October 22, 2019

1/5
Please reload

Aktuelle Einträge
Please reload

Archiv
Please reload