Der Vereinbarkeit-Spagat: Warum tun wir uns das eigentlich an?

03.11.2015

 Ich weiß, mit dieser Webseite, diesem Blog, bin ich bei weitem nicht die Erste, die sich das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Fahnen geschrieben hat. Es gibt viele Blogs zu diesem Thema und immer wieder Veröffentlichungen in Zeitungen, Büchern oder Online-Magazinen. Ihr kennt sicher diese Streitschriften der Extreme, von "geht alles gar nicht" bis zu "tschakka, wir schaffen das". 

 

Manche geben schlaue Tipps, wie man den Spagat zwischen Kind und Job angeblich ganz einfach und entspannt unter einen Hut bekommt. "Hah!" denkst Du jetzt, "genau das tust Du hier doch auch!" Aber nein, so einfach ist das nicht.

 

Vor kurzem habe ich hier einen Beitrag dazu veröffentlich, was genau mich eigentlich dazu motiviert, diese Webseite und diesen Blog zu betreiben. Vor allem geht es mir darum, dass wir Frauen uns trauen, unser Leben, privat wie beruflich, genauso zu gestalten, wie wir uns das wünschen, ohne uns von gesellschaftlichen oder familiären Erwartungen unter Druck setzten zu lassen.

 

Es geht also darum, selbstbestimmt das eigene Leben zu gestalten. Und ein wichtiger Faktor dabei ist die Frage nach unserer Motivation. Darum möchte ich Dir heute eine wichtige, vielleicht DIE WICHTIGSTE FRAGE stellen! Eine Frage, deren Beantwortung Dir deinen persönlichen Königsweg zu erfüllender Vereinbarkeit offenbart. Und diese Frage lautet:

 

Warum?

 

Ich kann die Frage auch ein bisschen detaillierter stellen:

Warum hast Du Dich dazu entschieden, als Mutter berufstätig zu sein?

Warum arbeitest Du genau in dem Umfang (Teil- oder Vollzeit), wie Du es tust?

Warum machst Du ausgerechnet diesen Job? Warum gefällt Dir dieser Job?

 

Ganz überspitzt formuliert: Warum tust Du Dir diesen Stress eigentlich an?

 

Deine Antwort auf diese Frage(n) offenbart Dir Deine innere Motivation und Deine innere Haltung zum Thema Vereinbarkeit. Wenn Du auf diese Fragen Antworten hast, die sich für Dich richtig und stimmig anfühlen, dann wird Dir der Stress, der beim Jonglieren mit Familie und Job zwangsläufig immer wieder mal auftaucht, nicht allzu viel anhaben können. Sicher bist Du dann auch mal müde, überfordert oder genervt. Aber Du hast auch viel Spaß an den Dingen, die Du tust und gehst in Deinem Job auf. Die Kombination aus Familie und Beruf macht Dich einfach glücklich und Du fühlst Dich mit Dir im Reinen.

 

Wenn Deine (ehrlichen) Antworten auf das "Warum?" Dir allerdings offenbaren, dass Deine Gründe eher von außen kommen, à la:

- Weil mein Mann das von mir erwartet.

- Weil sich das so gehört.

- Weil ich anderen beweisen will, dass ich das hinkriege. Andere schaffen es schließlich auch.

- Weil ich mich selbst sonst für faul oder ängstlich halte... etc.

dann solltest Du all Deinen Mut zusammen nehmen, in Dich gehen und nach einer anderen Lösung suchen.

 

Denn ohne eine echte, sogenannte intrinsische Motivation, ist das Vereinbarkeits-Hamsterrad vor allem eins: sau anstrengend. Und ich bezweifle, dass es Dich dann glücklich machen kann.

 

Ich bitte Dich, in mach Dir in diesem Fall die Mühe herauszufinden, was Du wirklichlich willst, was für Dich wirklich wichtig ist. Was macht Dich glücklich? Wieiviel Job macht Dich zufrieden, wieviel ist zu viel (oder zu wenig)? Das wird vielleicht kein einfacher Weg, aber er lohnt sich bestimmt. Denn Du verdienst genau das Leben, das Du Dir wünschst.

 

Foto: Bigstock Images

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