Was habe ich eigentlich heute gebacken gekriegt?

Es gibt so Tage, da fällst du abends aufs Sofa mit dem dummen Gefühl, heute irgendwie so gar nichts geschafft zu haben. Statt dessen bist du geschafft! Was ist da los?



Und täglich grüßt der To-Do-Listen-Frust


„Heut hab ich mal wieder nichts geschafft“. Diesen Gedanken kennst Du sicher auch.

Abends gehe ich meine To-Do-Listen durch und irgendwie kann ich nichts wirklich abhaken. Gut, mit dem ein oder anderen Punkt habe ich zumindest angefangen, aber wirklich fertig bin ich nicht geworden. Mir juckt es in den Fingern: Ich will wenigesten einen Punkt durchstreichen. Aber da steht es nur schwarz auf weiß der Beweis: "Heute hab ich nichts geschafft." 


Gerade im Leben mit Kindern ist es tückisch zu planen und überhaupt To-Do-Listen zu haben. Es kommt ja doch immer wieder etwas dazwischen, keine Sache kann man ungestört von Anfang bis Ende abarbeiten und so fange ich vieles an, komme aber nicht dazu, es auch bis zu Ende zu bringen. Da muss schnell noch die Brücke der Holzeisenbahn wieder aufgestellt oder ein selbstgemaltes Bild bewundert werden und dann will die Mittlere mir noch einmal ihr neues Lieblingslied vorsingen.


Die To-Do-Liste ist Fluch und Segen zugleich!


Grundsätzlich bin ich ja ein Fan der To-Do-Liste, denn sie ist die Basis für eine gute Organisation, Übersicht und klare Prioritäten und die halte ich bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für elementar!


Aber sie kann auch Druck aufbauen und unrealistische Erwartungen in uns wecken. Dann messen wir unsere Produktivität und unsere Leistung nur noch an Häkchen auf der Liste und schelten uns innerlich für noch offene Punkte.


Eine häufige Variante davon ist auch die abendliche Inventur: "Was hab ich heut eigentlich gemacht?". Laut der To-Do-Liste ja nichts. Jedenfalls nichts produktives, messbares, wertvolles. Was für ein deprimierender Gedanke.



Perspektivwechsel: DAS hast du heute wirklich gebacken gekriegt


Aber deprimierende Gedanken helfen uns nicht weiter, wenn wir mal wieder eine "Heut-hab-ich-ja-nichts-geschafft"-Tag haben.


In so einem Fall versuch es doch einmal mit einem Perspektivwechsel, statt dich von der noch immer vollen To-Do-Liste runterziehen zu lassen.

Schreib Dir einfach eine neue Liste: Die "I-Did-It"-Liste. So geht's:


Gehe kurz in Dich und lasse den Tag revü passieren. Womit hast Du Dich heute beschäftigt, was hast Du alles getan - fernab von Deiner ursprünglichen Planung?

  • Ein aufgeschlagenes Knie versorgt und dicke Krokodilstränen getrocknet?

  • Ein spontanes Geburtstagsgeschenk für die Freundin besorgt?

  • Drei Maschinen wäsche gewaschen und aufgehängt? 

  • 2 Ladungen Geschirr aus der Geschirrspüle verräumt?

  • Mit dem fiebrigen Kind beim Kinderarzt gewesen?

  • Dir eine halbe Stunde Yoga gegönnt?

Mit dieser neuen Liste bekommst Du einen Überblick, wo heute Deine Zeit tatsächlich hingegangen ist. Du siehst, welche dringenden Aufgaben die geplanten verdrängt haben und wie gut Du umdisponieren kannst. 


Und Dir wird klar, dass Du ja doch so einiges geschafft hast, obwohl du vielleicht von den ursprünglich geplanten To-Dos für heute keines abhaken kannst.



Auch Selbstfürsorge ist wichtig


Fällt dir bei der neuen "I-Did-It-Liste" jetzt auf, dass da auch Zeitfenster sind, wo du scheinbar Zeit vergeudet hast?

  • Weil du in der Mittagszeit in Nickerchen auf dem Sofa gemacht hast?

  • Weil du dir eine Folge deiner Lieblingsserie gegönnt hast?

  • Weil du in einem wunderbaren Buch geschmökert hast?

  • Weil du einfach mal mit einer leckeren Tasse Kaffee dagesessen und GAR NICHTS getan hast?

Und gibt es dann eine Stimme in deinem Kopf, die jetzt wegen solch scheinbarer Zeitverschwendung unzufrieden mit dir ist. Nun, dieser Stimme darfst du direkt den Mund verbieten. Denn es ist auch sehr wichtig, dass wir manchmal statt brav alle Punkte einer To-Do-Liste abzuarbeiten wie ein Roboter auch auf uns und unsere Bedürfnisse achten und uns auch Zeitinseln zum Wiederaufladen unserer Batterien finden.


Selbstfürsorge ist enorm wichtig und gehört eigentlich direkt als To-Do auf deine Liste, aber das ist ein anderer Punkt. Jetzt und hier darfst du erstmal die nörgelnden Stimmen in die Schranken weisen und statt dessen froh sein, dass es dir so gut gelingt, auch auf dein Ruhebedürfnis Rücksicht zu nehmen. Du bist eben kein Roboter!



Mein Tipp - Zieh vor Dir selbst den Hut


Wow, was Du heute alles geschafft hast. Wie du auf dich und deine Bedürfnisse geachtet hast!

Damit darfst du sehr zufrieden sein.

Und morgen kriegt die gute alte To-Do-Liste dann eine neue Chance. 




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In meinen Artikel findest du immer wieder einige Tipps für ein gelingendes Familienleben und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Natürlich berate ich dich auch gerne darüber hinaus. Wenn du also noch weitere Fragen oder Themen rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hast helfe dir als Coach für Vereinbarkeit gerne dabei, dein Leben so zu gestalten, wie es zu Dir und deinen Bedürfnissen passt - entweder in meinen Online-Kursen zur Vereinbarkeit oder in einem Einzelcoaching.


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