Rien ne va plus - Nichts geht mehr!

Wie wir als berufstätige Eltern mit akuter Überforderung umgehen können - denn die ist in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf manchmal unvermeidbar!



Es gibt sie, diese Tage, an denen einfach nichts mehr geht!


Bei mir war das in vergangenen Woche der Fall. Ich erlebte einen dieser berühmten "Ich-komme-einfach-zu-nix"-Tage. Kennst du die auch? Ich glaube, berufstätige Mütter - oder berufstätige Eltern im allgemeinen - erleben solche Tage immer wieder.


Wobei ich gerne zwischen zwei verschiedenen Varianten der "Ich-komme-einfach-zu-nix"-Tage unterscheide:


1.Die Tage, bei denen ich abends todmüde aufs Sofa falle und dann denke: Was hab ich heut eigentlich gemacht, dass ich so ko bin? Denn von meiner eigentlichen To-Do-Liste ist tatsächlich NICHTS abgearbeitet.


Oder


2.Tage, bei denen ich morgens schon spüre, dass mir heute die Energie fehlt auch nur irgendwas von meiner Liste produktiv anzugehen.


Letzte Woche handelte es sich erschreckend häufig um Tage der Variante 2, darum möchte ich hier gerne darauf näher eingehen. 


In diesem Beitrag findest du meine Gedanken und Ideen zu den Tagen der Variante 1, da steckt nämlich auch viel spannendes drin.


Aber es gibt sie eben, diese Tage, an denen morgens schon nichts mehr geht. Wo sich jede Aufgabe wie eine Aufgabe zu viel anfühlt und der prall gefüllte Tag sich wie ein einziger großer To-Do-Berg vor einem auftürmt.



Jetzt haben wir verschiedenen Möglichkeiten, mit solchen Tagen umzugehen:


1.Wir können so tun als wär nichts und den Tag ohne Rücksicht auf Verluste einfach irgendwie durchziehen. Eine Option, die bei mir in der Regel mit ausgesprochen schlechter Laune, kurzen Nerven und Zickigkeit gegenüber dem Partner und oft auch den Kindern einhergeht.


Oder

2.Wir können unsere Überforderung anerkennen und nehmen als das, was sie ist: Ein Zeichen!


Überforderung ist immer ein Zeichen für "Sparen am falschen Ende"!


Und zwar in der Regel als ein Zeichen dafür, dass wir in letzter Zeit zu wenig auf unsere eigenen Bedürfnisse und unsere Ressourcen geachtet haben. Das wir zu rücksichtslos mit uns selbst umgegangen sind und uns zu viel zugemutet haben! UND: Dass wir am falschen Ende gespart haben.


Am falschen Ende sparen heißt, dass wir, wenn der Tag zu kurz scheint für all die Dinge, die wir alle unterbringen wollen, etwas streichen. Und eben leider nicht nicht

  • das Playdate der Kleinsten

  • das Kuchenbacken für den Geburtstag der Schwiegermutter oder

  • das ausführliche Badezimmerputzen.


Sondern statt dessen

  • die halbe Stunde Yoga für uns

  • die geplante telefonische Verabredung mit der besten Freundin, um einfach mal in Ruhe zu quatschen

  • den ausführlichen Spaziergang  während des Mittagsschlafs der Kinder.


Kurz: Wir sparen Zeit ein bei uns selbst. Gerade bei den Dingen, die uns doch so gut tun würden, um wieder Kraft zu tanken. 




Am falschen Ende sparen geht niemals gut!


Und wenn das oft genug passiert, dann springt sie uns plötzlich an, die Überforderung und BAM: "Nichts geht mehr!" - "Rien ne va plus!". Und dann ist es quasi schon zu spät.


Aber spätestens jetzt gilt es eben, nicht bockig oder ignorant trotzdem irgendwie weiter zu rödeln, sonder das Zeichen als ein solches zu erkennen und ab jetzt aktive Selbstfürsorge zu betreiben. Und so die Batterien wieder aufzuladen.


Zuerst: Streichen, streichen, streichen - und diesmal am richtigen Ende


Als "Erste Hilfe" kannst du zunächst deine To-Do-Liste oder deinen Terminkalender rigoros auf das allernötigste reduzieren. Das aller-aller-allernötigste. Voll wird es von alleine wieder! Manchmal der beste Ausweg: Urlaub nehmen, die Kinder - soweit möglich - trotzdem in der Betreuung lassen und dir einige Stunden ganz für dich gönnen.

So einfach und dennoch Luxus pur: Für die Seele und für den Körper!



Und dann: Auftanken!


Schreibe Dir statt einer To-Do-Liste lieber eine Liste mit Dingen, die dir jetzt gut tun würden. Dinge, die deine Batterien wieder aufladen und deine körperlichen und - ganz wichtig - emotionale Ressourcen wieder auffüllen.


Was hilft dir? Was hilft dir wirklich. Mache bitte kein Yoga, nur weil andere sagen, das sei doch so wunderbar. Tue das, was wirklich DIR gut tut.


Mein Tipp: Bullet Journaling für die Organisation und die Psychohygiene gleichermaßen


Was mir am meisten hilft, ist tatsächlich das Bullet Journaling. Bei dieser Methode führe ich stetig ein Notizbuch. Dieses ist gleichzeitig der Ort, an dem ich meine Termine und Aufgaben plane (einen digitalen Kalender führe ich zusätzlich) und wo ich auch meine Seele "aufräumen" kann.


Denn durch tägliches Schreiben bringe ich meine Gedanken in Ordnung, gewinne Klarheit und praktiziere bereichernde Rituale, wie z.B. ein Dankarbeits-Tagebuch.


Und hier zeigt sich wieder das Überforderungs-Dilemma. Denn an besonders hektischen Tagen schaffe ich es manchmal nicht, mein Journal in die Hand zu nehmen. Aber gleichzeitig sorgt dieses fehlende Ritual dafür, dass ich noch unzufriedener und meist auch unorganisierter bin. Es wäre so viel besser gewesen, ich hätte mir diese wenigen Minuten gegönnt. Leider ein häufiges Paradox - wie oben bereits beschrieben!


Fazit: Achte auf die Zeichen - frühzeitig und spare nicht am falschen Ende


Um als berufstätige Eltern die Gefahr von Überforderung auf ein Minimum zu reduzieren - ganz ausbleiben wird sie wohl nie im Spagat zwischen Familie und Beruf - ist es wichtig, ganz bewusst auf die eigene Ressourcen zu achten und die persönlichen Batterien regelmäßig aufzuladen. Wenn wir zu oft und zu viel bei uns selbst sparen, erhalten wir dafür früher oder später eine saftige Rechnung.


Passen wir also alle stets gut auf uns auf! 💞


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